Wie alles begann ...

Am 7. August, einem Sonntag des Jahres 1960, erblickte ich das elektrische Licht eines Kreissaales im Krankenhaus Köln-Hohenlind. Aus Dankbarkeit beschloss ich, bei der Frau zu bleiben, bei der ich neun Monate meines jungen Lebens im Bauch verbracht hatte. Ich zog bei ihr zuhause ein, und nahm billigend in Kauf, sie mit noch einem männlichen Wesen teilen zu müssen. Es stellte sich aber sehr schnell heraus, dass es meine Eltern waren. Jedenfalls verlangten sie unaufhörlich von mir, "Mama" oder "Papa" zu sagen. Das Leben war schön, es fehlte mir an nichts und ich lernte immer neue Menschen kennen: Omas, Opas, Tanten, Onkel....
Das Leben hätte so weiter gehen können. Aber es sollte anders kommen! Das man mich kurz nach meinem Eintritt auf diese Welt schon brutal auf meinen Hintern schlug, hatte ich schon längst verdrängt. Aber das man mich jetzt in ein großes, kaltes Haus verschleppte, um mich mit Wasser zu ertränken, fand ich echt gemein! Alle standen sie um mich herum, aber keiner half mir! Ich schrie, was die Lungen hergaben. Aber es half alles nichts! Ein mir unbekannter Mann übergoß meinen Kopf mit Wasser und sagte sowas wie ".... und hiermit taufe dich auf den Namen Franz Heinrich..." Ach so? Ich hatte also bis jetzt noch keinen Namen? Gehört hatte ich sie aber schon mal. Der eine klang wie der meines Papas, der andere wie der meines Opas. Nun gut! Ich verstand zwar in der Folgezeit nicht, warum man mich auf  einmal "Fränzchen" nannte, aber ich nahm mir vor, in Zukunft auf der Hut vor dem Leben zu sein!

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