2019 ...

Und schon wieder sind 2 Jahre vergangen! Je älter ich werde, desto mehr habe ich das Gefühl, die Zeit rast nur so vorbei! Ich "lebe" die Wochen in Tage 1 bis 5. Heißt, Montag bis Freitag, die Tage an denen man Arbeiten geht. Ab Mittwoch habe ich nach der Arbeit keine Lust mehr, irgend etwas für mich zu machen. Ich schiebe dann alles aufs Wochenende. Ist dann endlich Wochenende, dann ist es aber auch Ruck Zuck wieder vorbei. Oft habe ich kaum etwas von dem geschafft, was ich mir vorgenommen habe. Das ist alles sehr unbefriedigend!

Ja, die Arbeit! Ich bin immer noch dankbar dafür, dass ich bis heute keinen Tag arbeitslos war und immer in Köln arbeiten durfte. Mein Arbeitgeber bietet ein lukratives Angebot für einen "Vorruhestand" an. Vielleicht mache ich Ende 2020 Gebrauch davon. Dann bin ich 60. Und dann sehen wir weiter…

Unsere beiden Katzen sind noch bei uns. Und auch Mutter wohnt immer noch bei uns im Haus, was uns sehr freut. Allerdings tut es mir auch sehr weh zu sehen, wie sie sich mit zunehmenden Alter (86) immer mehr verändert. Dabei ist es weniger der natürliche, geistige und körperliche Abbau, als vielmehr ihre Unvernünftigkeit. Sie lässt sich nicht helfen und turnt noch munter auf der Leiter herum. Auf Androhung, ihr die Leiter abzunehmen, meinte sie nur, dann hole sie sich eben eine andere! An einem Dienstag, bei einem unserer wöchentlichen Kaffeetreffs, sagte sie, sie wolle am Wochenende ihre Fenster putzen. Ich habe ihr dann meine Hilfe angeboten, damit sie nicht wieder auf die Leiter steigen muss. Am nächsten Tag kommen ich von der Arbeit nach Hause, da hat sie schon alles selber gemacht! Welche Chance habe ich da noch? Und so macht sie das oft, wenn man ihr helfen möchte. Sie kann sich nicht hinsetzen und zusehen, wie andere für sie arbeiten. Sollte einmal was passieren, was wir uns alle nicht wünschen, soll keiner mit dem Kommentar kommen "Du hättest auch mal helfen können, dann wäre das nicht passiert"

Es ist Frühling, das Wetter wird wieder schöner und wärmer. An sowas habe ich mich auch mal gefreut. Für mich beginnt jetzt aber wieder die Zeit von "Fenster zu!". Heute ist Sonntag. Seit 10 Uhr sind die ersten schreienden Kinder im Innenhof beim Spielen, kurz darauf kommen die nächsten im Nachbarhof mit ihren Rollern dazu. Die Mütter sitzen laut lachend dabei. Nebenan sitzt eine Frau und quatscht laut in ihr Handy. Und zum Schluss haben andere Nachbarn Besuch und sitzen zusammen laut labernd im Garten. Vorm Haus auf der Straße ein Geknalle von Autotüren. Dauernd kommt einer an oder fährt weg. Dann treffen sie sich gegenüber von uns vor den Garagen und es wird lautstark gegrölt. Diese Geräuschkulisse geht mir so auf die Nerven, dass ich mich auf nichts mehr konzentrieren kann. Ich werde nervös. Dann schließe ich die Fenster, um Ruhe zu haben. Die Sonne heizt die Wohnung auf, die Luft steht, ich mache die Fenster wieder auf, und es beginnt von vorne! Es wäre schön, wenn ich einfach damit umgehen könnte! Ich freue mich über jeden Regentag! Dann ist Ruhe da draußen! Das ist doch alles nicht mehr normal. Das war mal alles ganz anders vor meinem Burnout!

Sehr angenehme Momente, die ich genieße, sind die Telefonate mit meinem langjährigen Freund Jörg und mit meiner Cousine. Wir ticken auf der gleichen Wellenlänge und verstehen uns. Keiner macht den anderen auf Grund seiner Probleme blöde an. Danke, dass es euch gibt und dass ihr mir zuhört, wenn ich euch mit meinen Problemen belästige, obwohl ihr selber genug davon habt!

Nach über 48 Jahren habe ich mir einen Wunsch erfüllt: Ich habe wieder eine elektrische Eisenbahn! Ich habe mir einfach bei ebay eine gekauft und wieder angefangen. Vielleicht auch wieder ein Versuch, mir ein kleines Stück Zufriedenheit aus Kindheitstagen zurückzuholen?  Aber auch hierbei bin ich alleine. Ich habe keinen, mit dem ich darüber richtig reden kann. Oder Jemand, der mitmacht. Einen Anfänger, der ein bißchen was weiß und wie ich Lust an Modell Eisenbahn hat. Entweder ich gerate an Fachleute, oder an die, die sich dafür halten und mich überfordern. Oder an die Angeber, die mich "tot" labern mit dem, was sie alles haben und können. Oder halt an die, die sich mein Gesabbel anhören, ohne aber zu wissen, wovon ich eigentlich spreche. Die fühlen sich dann von mir genervt! Würde mir ja auch so ergehen. Wenn’s dann so sein soll! Dann mache ich wieder alles alleine! Aber so richtig glücklich bin ich dabei auch nicht!