2017 ...

Wenn ich mir heute (28.08.2017) die ganzen Einträge der Seiten durchlese, so mache ich das mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Mit sehr gemischten Gefühlen. Gerne zurückblickend an vergangene, schöne Erlebnisse in all den Jahren. Nachdenklich an die letzten Jahre und die jetzige Zeit. Wir leben immer noch seit über 11 Jahre in derselben Wohnung in Sülz, aber natürlich ist alles nicht mehr so rosenrot, wie anfangs.

Seit April arbeite ich wieder in einem Großraumbüro und langsam fängt es wieder an bei mir! Was ich vom Burnout zurückbehalten habe, ist eine Abneigung gegen laute Mitmenschen. Die, die man nicht sieht, aber den ganzen Tag hört! Lautes Sprechen, lachen, rumalbern treiben mir den Blutdruck in die Höhe. Es reicht aus, wenn sie den Raum betreten und ich weiß, gleich geht es wieder los! Sind zuhause auf der Straße vorm Haus Leute laut, dann "muss" ich gucken, was da los ist. Ich kann dann nicht ruhig sitzen bleiben. Ich kann kein Fenster offen lassen und mich konzentrieren, wenn im Garten Kinder plärren oder abends die Nachbarn laut quatschen oder lachen. Ich weiß, man keinen dazu verdonnern kann, nur noch leise zu sein. Aber das ist kein Zustand, denn ich mir ausgedacht oder gewünscht habe. Es ist nun mal so und ich muss lernen, damit umzugehen. Das klappt mal mehr oder weniger gut. Und damals war ich mitten drin, wenn es laut war und habe kräftig mitgemischt! Was mir heute weh tut, dass man schnell als verrückt abgestempelt wird und oft den Satz "Stell dich mal nicht so an!" zu hören bekommt. Kommen mehr als zwei Sachen auf mich zu, verliere ich den Überblick und werde nervös. Kleinigkeiten, die ich früher schnell mal "mit Links" erledigt habe, fordern heute ihre Zeit. Zu viel Zeit! Ja, mit 57 ist man keine 20 mehr! Aber ich wünsche mir, ich könnte alles ein bisschen entspannter sehen und es würde mir alles ein bisschen leichter von der Hand gehen.

Meine Freunde? Ja, sie sind noch da. Mittlerweile schon Großeltern und genau wie wir alle älter geworden. Bis zu einem langjährigen Freund, den ich schon seit dem 8. Schuljahr kenne, ist der Kontakt zu den anderen allerdings eingeschlafen. Kein Krach, nur eben Stillstand. Stress, Arbeit, Kinder, Enkel, gesundheitliche Probleme… es ist eben eine andere Zeit heute. Bedingt durch meinen Burnout von 2014 habe ich allerdings auch "aufgeräumt" und meinem Bekanntenkreis sehr verkleinert. Ich habe heute nur noch eine "Handvoll", die mir gut tun. Aber, und das hat meine Psychotherapeutin mir 2014 auch erklärt, es wird dann sehr still um einen herum, wenn man aussortiert. Keine häufigen Treffen, Kneipengänge oder Partys mehr, wie früher. Einerseits habe ich daran zu knabbern, andererseits bin ich weniger verärgert oder genervt. "Freunde", die sich nur melden, wenn sie etwas brauchen oder was von mir wollen, gibt es für mich nicht mehr! Es geht mir wesentlich besser ohne sie! Es fällt mir aber auch schwer, mich unter viele Menschen zu mischen. Am "sichersten" fühle ich mich zuhause in den eigenen vier Wänden.


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