2014 ...

Rückblickend gesehen... was für ein beschissenes Jahr!!!

Karfreitag waren wir bei Mutter zum Kaffee verabredet, wie wir das jedes Jahr machen. Wir saßen morgens zuhause beim Frühstück, als das Telefon ging. Mutter war dran und lallte, als wenn sie ordentlich getankt hätte. Dass es ihr nicht gut ginge und sie sich kaum bewegen könne. Und nein, sie habe keinen Alkohol getrunken! Wir haben alles stehen und liegengelassen und sind schnellstens zu ihr rüber. Ein paar Wochen vorher hatte ich zufällig eine Doku über Schlaganfälle und deren Anzeichen im TV gesehen. Als ich meine Mutter in ihrer Küche sitzen sah, war mir sofort klar, dass muss ein Schlaganfall sein. Ich sollte leider Recht behalten! Der herbeigerufene Notarzt bestätigte das und lobte meine schnelle Handlungsweise, da es bei solchen Fällen auf jede Minute ankäme. Gott sei Dank hat Mutter nach ein paar Tagen Krankenhausaufenthalt alles gut überstanden.

Als wenn das nicht schon gereicht hätte, folgte knapp drei Wochen später, genau an Muttertag, der nächste Schlaganfall. Fast die gleichen Symptome wie beim ersten Mal. Mutter wollte nicht schon wieder ins Krankenhaus, wovon ich mich aber nicht beirren lies. Die Ärzte waren auch erstaunt, dass sie innerhalb 4 Wochen zwei Anfälle hatte. Aber auch dieses Mal ist „fast" alles gut verlaufen. Einen Teil ihres Geruchs- und Geschmackssinns hat sie dabei eingebüßt. Das einzig Gute ist, sie hat seit dem kein Verlangen mehr nach Zigaretten! Aber zu welchem Preis!

Seit den beiden Schlaganfällen ist das Thema „Tod", das ich immer weit weg geschoben habe, plötzlich im Hinterkopf. Seit die Krankenschwester damals im Krankenhaus meinte, ob wir eine Patientenverfügung mit Mutter gemacht hätten. Und ich habe natürlich mitbekommen, dass die Eltern meiner Freunde nach und nach verstarben. Da lässt sich das Thema nicht mehr so einfach wegschieben. Ein paar Wochen nach Mutters Krankenhausaufenthalt haben meine Frau und ich uns dann doch mit dem Thema befasst und mit ihr eine solche Verfügung aufgesetzt.

Gesundheitlich hat es 2014 bei mir für einen lärmbedingten Bournout mit Depressionen gereicht. Maschinenlärm, Musik aus Deckenlautsprecher, quasselnde, über Lautsprecher telefonierende und laut rumalbernde Kollegen haben dazu geführt, dass ich immer öfter das Großraumbüro verlassen musste. Im März ging es dann aber nicht mehr. Ich konnte einfach nicht mehr und ich bin dann zum Arzt. Neun lange Monate war ich danach zuhause und habe so manche Stunde nur stumpf die Wände angeguckt. Tausend Gedanken schossen mir durch den Kopf. Ein paar düstere waren auch dabei. Dann die Schlaganfälle meiner Mutter dazu. Das war eine schwere Zeit für mich. Geholfen haben mir die Sitzungen bei einer Psychotherapeutin und dass ich danach in einem Einzelbüro arbeiten durfte wo ich meine Ruhe hatte und mich auf die Arbeit konzentrieren konnte.


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